Historie unserer Spielstätte

Das Haus am Bahndamm ist 1966 als Kirche der Neuapostolischen Gemeinde an der Rosmarstraße errichtet worden. Als zu Beginn der 1980er Jahre ein Umbau der Straße ins Auge gefasst wurde, erwarb der Landschaftsverband Rheinland Haus und Grundstück. Die Neuapostolische Gemeinde baute eine neue Kirche auf der Gisbertstraße (Einweihung: 26. November 1981). Das Straßenprojekt wurde aber dann auf Eis gelegt.
 
Indessen wird seit 1981 auch für das junge Theaterensemble Harlekin eine neue Bleibe gesucht. Die 1979 gegründete Gruppe hatte ihre ersten Inszenierungen und Gastprogramme im Medienraum der Bachemer Mauritiusschule gezeigt, der in einem eigenen Gebäude untergebracht war. Als dieser Raum in einen Kindergarten umgebaut wurde, ist für die Theaterleute dort kein Platz mehr. Seither fanden Proben gelegentlich im Haus Bitz statt, die Requisiten lagerten vorübergehend auf dem Dachboden der Mauritiusschule.
 
Als neue Spielstätte schlägt die Stadt Frechen nach monatelangen Verhandlungen schließlich die ehemalige Neuapostolische Kirche vor, in deren Räumlichkeiten sie eine Heimat für mehrere kulturtragende Vereine einrichten will. Die Stadt mietet das Haus vom Landschaftsverband und investiert 46.000 DM für den theatergerechten Umbau, die Harlekine beteiligen sich mit rund 1.400 ehrenamtlichen Arbeitsstunden. Den von den Harlekinen (wohl in ironischer Anlehnung an das bekannte „Theater am Kurfürstendamm“ in Berlin) vorgeschlagenen Name „Theater am Bahndamm“ lehnt die Stadt ab, da das Haus nicht nur als Theater, sondern als soziokulturelles Zentrum für verschiedene Vereine dienen soll. Man einigt sich auf den Namen „Haus am Bahndamm“. Das Theaterensemble Harlekin wird Hauptnutzer, andere Oberdorf-Vereine (etwa der Verein „Kultur von unten“) sollen als Nebennutzer dazukommen. Zu dieser Nebennutzung ist es aber praktisch nicht gekommen.
 
Am 24. September 1982 wird das Haus am Bahndamm mit der Harlekin-Premiere von Harold Pinters „Der Hausmeister“ feierlich eröffnet. Seit Dezember 1987 konsultiert die Stadt die beiden ortsansässigen Theatergruppen Harlekin und Prisma hinsichtlich eines Theater-Raumkonzeptes für den neuen Stadtsaal. Selber dort spielen wollen beide Gruppen aber nicht, was sie gegenüber der Stadtvertretung auch deutlich machen. Etwa zur selben Zeit wird bekannt, dass der Landschaftsverband die Immobilie an der Rosmarstraße loswerden will, da das Straßenbauprojekt nicht mehr verfolgt wird. Im Mai 1988 fragt er bei der Stadt Frechen und dem Theaterensemble Harlekin an, ob sie das Gebäude käuflich erwerben wollen; beide Parteien sehen sich dazu finanziell nicht in der Lage. Die Verkaufsfrist wird nach Verhandlungen aber zunächst aufgehoben.
 
Ende August 1989 berichtet der WDR in der „Aktuellen Stunde“, dass die Sekte Gralshüter aus dem Süddeutschen am Haus am Bahndamm interessiert sei. Daraufhin sprechen sich alle Frechener Ratsparteien dafür aus, das Gebäude durch die Stadt zu erwerben. Nach neuerlichen Verhandlungen mit dem LVR kauft sie im Februar 1990 schließlich das Haus. Mit dem Theaterensemble Harlekin wird ein Nutzungsvertrag als Hauptnutzer geschlossen, die Stadt nutzt das Haus selber für Gast-Kulturprogramme und vermietet es tageweise an Frechener Bürger.
 
Im Herbst 1995 lässt die Stadt zur Wärmedämmung und aus Schallschutz-Gründen das Dach isolieren und zusätzliche Fenster einbauen. Die Künstlergarderobe wird um einen Anbau erweitert, der einen direkten Zugang zur Bühne ermöglicht. (Bis daher erfolgte der Zugang durch den Saal oder von außen über eine Treppe am seitlichen Fenster zur Bühne.) Das Ensemble nutzt die halbjährige Umbaupause für eine umfangreiche Renovierung der Bühnentechnik und des Schankraumes. Zwei Jahre später, im Sommer 1997, wird durch die Umstellung von Öl- auf Gasheizung im Keller des Hauses ein Raum frei, den das Ensemble ab jetzt als Lagerraum für den Kostümfundus nutzt. Im Dezember desselben Jahres erwirbt das Ensemble einen Baucontainer, der hinter dem Haus am Bahndamm aufgestellt wird und als Werkstatt dient. Als die Stadt Frechen im Frühjahr 1998 auch noch die Empore des Hauses umbauen lässt, so dass ein Requisitenraum und mehr Platz für die Technik gewonnen wird, kann das Ensemble endlich das unzulängliche externe Requisitenlager in einem alten Pavillon der Uesdorfer Schule aufgeben. Innengestaltung und technische Ausstattung des Emporenumbaus übernimmt das Ensemble. In den vergangenen Jahren hat das Ensemble weitere technische Verbesserungen, etwa die Umstellung auf digitale Bühnentechnik, und gelegentlich Renovierungsmaßnahmen vorgenommen. Im Andenken an seinen langjährigen Vorsitzenden Günther Adamczyk, der 2010 verstorben ist, bringt das Ensemble im Februar 2011 in der Theaterschänke eine Inschrift an.
 
Heute wird das Haus hauptsächlich von Harlekin bespielt. An rund 30 Wochenenden im Jahr finden Aufführungen oder Gastspiele des Ensembles statt, unter der Woche wird geprobt. Auch die Stadt Frechen nutzt das Gebäude für Kleinkunst-Gastspiele und bietet es als Ort für standesamtliche Trauungen an. An freien Wochenenden kann das Haus nach langfristiger Voranmeldung auch für private Feierlichkeiten von der Stadt Frechen angemietet werden; Bühne und Technik sind als harlekineigener Besitz von privaten Nutzungen jedoch ausgeschlossen.
 
Vielen Dank für diese ausführliche Zusammenstellung an Claudia Werner!
Das Haus am Bahndamm ist 1966 als Kirche der Neuapostolischen Gemeinde an der Rosmarstraße errichtet worden. Als zu Beginn der 1980er Jahre ein Umbau der Straße ins Auge gefasst wurde, erwarb der Landschaftsverband Rheinland Haus und Grundstück. Die Neuapostolische Gemeinde baute eine neue Kirche auf der Gisbertstraße (Einweihung: 26. November 1981). Das Straßenprojekt wurde aber dann auf Eis gelegt.
 
Indessen wird seit 1981 auch für das junge Theaterensemble Harlekin eine neue Bleibe gesucht. Die 1979 gegründete Gruppe hatte ihre ersten Inszenierungen und Gastprogramme im Medienraum der Bachemer Mauritiusschule gezeigt, der in einem eigenen Gebäude untergebracht war. Als dieser Raum in einen Kindergarten umgebaut wurde, ist für die Theaterleute dort kein Platz mehr. Seither fanden Proben gelegentlich im Haus Bitz statt, die Requisiten lagerten vorübergehend auf dem Dachboden der Mauritiusschule.
 
Als neue Spielstätte schlägt die Stadt Frechen nach monatelangen Verhandlungen schließlich die ehemalige Neuapostolische Kirche vor, in deren Räumlichkeiten sie eine Heimat für mehrere kulturtragende Vereine einrichten will. Die Stadt mietet das Haus vom Landschaftsverband und investiert 46.000 DM für den theatergerechten Umbau, die Harlekine beteiligen sich mit rund 1.400 ehrenamtlichen Arbeitsstunden. Den von den Harlekinen (wohl in ironischer Anlehnung an das bekannte „Theater am Kurfürstendamm“ in Berlin) vorgeschlagenen Name „Theater am Bahndamm“ lehnt die Stadt ab, da das Haus nicht nur als Theater, sondern als soziokulturelles Zentrum für verschiedene Vereine dienen soll. Man einigt sich auf den Namen „Haus am Bahndamm“. Das Theaterensemble Harlekin wird Hauptnutzer, andere Oberdorf-Vereine (etwa der Verein „Kultur von unten“) sollen als Nebennutzer dazukommen. Zu dieser Nebennutzung ist es aber praktisch nicht gekommen.
 
Am 24. September 1982 wird das Haus am Bahndamm mit der Harlekin-Premiere von Harold Pinters „Der Hausmeister“ feierlich eröffnet. Seit Dezember 1987 konsultiert die Stadt die beiden ortsansässigen Theatergruppen Harlekin und Prisma hinsichtlich eines Theater-Raumkonzeptes für den neuen Stadtsaal. Selber dort spielen wollen beide Gruppen aber nicht, was sie gegenüber der Stadtvertretung auch deutlich machen. Etwa zur selben Zeit wird bekannt, dass der Landschaftsverband die Immobilie an der Rosmarstraße loswerden will, da das Straßenbauprojekt nicht mehr verfolgt wird. Im Mai 1988 fragt er bei der Stadt Frechen und dem Theaterensemble Harlekin an, ob sie das Gebäude käuflich erwerben wollen; beide Parteien sehen sich dazu finanziell nicht in der Lage. Die Verkaufsfrist wird nach Verhandlungen aber zunächst aufgehoben.
 
Ende August 1989 berichtet der WDR in der „Aktuellen Stunde“, dass die Sekte Gralshüter aus dem Süddeutschen am Haus am Bahndamm interessiert sei. Daraufhin sprechen sich alle Frechener Ratsparteien dafür aus, das Gebäude durch die Stadt zu erwerben. Nach neuerlichen Verhandlungen mit dem LVR kauft sie im Februar 1990 schließlich das Haus. Mit dem Theaterensemble Harlekin wird ein Nutzungsvertrag als Hauptnutzer geschlossen, die Stadt nutzt das Haus selber für Gast-Kulturprogramme und vermietet es tageweise an Frechener Bürger.
 
Im Herbst 1995 lässt die Stadt zur Wärmedämmung und aus Schallschutz-Gründen das Dach isolieren und zusätzliche Fenster einbauen. Die Künstlergarderobe wird um einen Anbau erweitert, der einen direkten Zugang zur Bühne ermöglicht. (Bis daher erfolgte der Zugang durch den Saal oder von außen über eine Treppe am seitlichen Fenster zur Bühne.) Das Ensemble nutzt die halbjährige Umbaupause für eine umfangreiche Renovierung der Bühnentechnik und des Schankraumes. Zwei Jahre später, im Sommer 1997, wird durch die Umstellung von Öl- auf Gasheizung im Keller des Hauses ein Raum frei, den das Ensemble ab jetzt als Lagerraum für den Kostümfundus nutzt. Im Dezember desselben Jahres erwirbt das Ensemble einen Baucontainer, der hinter dem Haus am Bahndamm aufgestellt wird und als Werkstatt dient. Als die Stadt Frechen im Frühjahr 1998 auch noch die Empore des Hauses umbauen lässt, so dass ein Requisitenraum und mehr Platz für die Technik gewonnen wird, kann das Ensemble endlich das unzulängliche externe Requisitenlager in einem alten Pavillon der Uesdorfer Schule aufgeben. Innengestaltung und technische Ausstattung des Emporenumbaus übernimmt das Ensemble. In den vergangenen Jahren hat das Ensemble weitere technische Verbesserungen, etwa die Umstellung auf digitale Bühnentechnik, und gelegentlich Renovierungsmaßnahmen vorgenommen. Im Andenken an seinen langjährigen Vorsitzenden Günther Adamczyk, der 2010 verstorben ist, bringt das Ensemble im Februar 2011 in der Theaterschänke eine Inschrift an.
 
Heute wird das Haus hauptsächlich von Harlekin bespielt. An rund 30 Wochenenden im Jahr finden Aufführungen oder Gastspiele des Ensembles statt, unter der Woche wird geprobt. Auch die Stadt Frechen nutzt das Gebäude für Kleinkunst-Gastspiele und bietet es als Ort für standesamtliche Trauungen an. An freien Wochenenden kann das Haus nach langfristiger Voranmeldung auch für private Feierlichkeiten von der Stadt Frechen angemietet werden; Bühne und Technik sind als harlekineigener Besitz von privaten Nutzungen jedoch ausgeschlossen.
 
Vielen Dank für diese ausführliche Zusammenstellung an Claudia Werner!

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